Neumarkt (nrc) von  Christa Riel, 12BW1 (BOS)

Planspiel “Ökoland” simuliert / “vernetztes Denken” durch eine andere Unterrichtsform lernen / über Mitarbeiterbedarf von Fachabiturienten informiert

Pfleiderer AG : Ist Ökologie und Wirtschaftlichkeit wirklich ein Gegensatz?

Zusammen mit den Lehrern Wilhelm Lechner, OStR, Fachbetreuer Wirtschaft sowie Knut Gebauer StR z.A. besuchte die Wirtschaftsklasse der Berufsoberschule Neumarkt die Firma Pfleiderer AG um hier für 3 Tage das Planspiel OEKOWI durchführen zu können. Die Pfleiderer AG, vertreten durch Personalleiter Bernhard Karg, ermöglichte damit eine außergewöhnliche Form des Unterrichts.

Klassenlehrer Wilhelm Lechner gab den Anstoß zum Pilotprojekt: Bei einer vor kurzem stattgefundenen Lehrerfortbildung durfte er selbst an diesem Planspiel teilnehmen und setzte es nun mit Schülern um.

Die Pfleiderer AG ermöglichte das Arbeiten in angenehmer Atmosphäre, bei einer ersten Anfrage nach Bereitstellung von Tagungsräumen sagte die Firma spontan zu. Das Unternehmen stellte freundlicherweise den Besprechungsraum im Gästehaus für das 3 tägige Seminar zur Verfügung, unterstützte mit Arbeitsmaterialien und bewirtete die Besucher zudem vorzüglich.

Als Teilnehmer des Projekts wurde die Berufsoberschulklasse der Fachrichtung Wirtschaft ausgewählt. Das Backgroundwissen, bedingt durch den bereits erlernten wirtschaftlichen Beruf jedes Schülers, erleichterte Entscheidungen bei den komplexen Aufgabenstellungen. In drei fiktiven Jahren mußten die verschiedenen Teams  Haushalt, Unternehmen, Staat, Regierung, Parlament, Presse und Kommission Zukunft ihre zugewiesenen Aufgaben bewältigen. Der heruntergekommene Staat Ökoland bedurfte dringender Sanierung. Durch Schwierigkeiten wie Umweltverschmutzung, Unproduktivität, Wirtschaftlichkeit, schlechtes Straßennetz, Steuerbelastungen usw. mußten die Teams versuchen ihre Ziele zu verwirklichen und dadurch Arbeitsbedingungen, Unternehmensgewinn und Lebensqualität zu erhöhen. Meinungsverschiedenheiten waren somit vorgeplant und ein wichtiger Aspekt des Planspieles. Freies Sprechen, Präsentation von Vorschlägen und den persönlichen Standpunkt vertreten gehörten als essentieller Baustein zum Systemtraining.

In Parlamentskonferenzen wurden Steuererhöhungen verabschiedete und über die weitere Vorgehensweise im Land heftig diskutiert. Desweiteren führte man Ökoabgaben ein und  förderte regenerative Energien.

Die Presse spielte bei der Meinungsbildung in Ökoland eine gewichtige Rolle. Insgesamt kamen 11 Ausgaben des “ÖKOWI-BOTEN” heraus, in denen Entwicklungen, Leserbriefe, Kritik, Berichte und Tendenzen der Unternehmen und Haushalte wiedergespiegelt wurden.

Das Ziel des Planspieles nicht nur Teamfähigkeit sondern auch vernetztes Denken und Grundmechanismen zwischen Institutionen zu verstehen wurde damit erlebar für jeden Teilnehmer/in. Die Klassengemeinschaft wurde gestärkt, so war abschließend der Tenor der Gruppe. “Das Arbeiten in anderer Umgebung bei der Firma Pleiderer schaffte eine lockere und produktive Schaffensbedingung”, so die Schüler/innen. Dafür bedankte man sich zusammen mit den beiden Lehrkräften bei Personalleiter Bernhard Karg, der den Diskussionsrunden während den 3 Tagen öfter beiwohnte. Er informierte die Gruppe abschließend auch welche beruflichen Möglichkeiten die Firma Pfleiderer Absolventen von Gymnasien und Fachober- bzw. Berufsoberschulen bietet.


 Diskussion in der Kommissionssitzung)

Schüler besuchen Spannplattenwerk 3 der Pfleiderer AG

Bei der Firma Pfleiderer AG durften die Schülerinnen und Schüler der 12 BW1 der Maximilian-Kolbe-Berufsoberschule einen Blick in die Produktionstätte, dem Werk 3 richten. Der Chemiker Dr. Axel Knörr führte die Besucher im Gelände und erklärte den Produktionsablauf zur Herstellung einer Spannplatte. Dabei bot man Gelegenheit für Fragen von Seiten der Zuhörer. Sensibilisiert durch das zuvor abgeschlossene Planspiel informierte sich die Gruppe vor allem über Schadstoffemissionen, Umweltschutzmaßnahmen sowie die personalpolitische Situation der Firma Pfleiderer. Durch Bernhard Karg wurde die Klasse auch über die Fimentätigkeit des Unternehmens im Ausland aufgeklärt.

 

Was ist das OEKOWI-Systemtraining?

OEKOWI ist eine Abkürzung für “Ökologie und Wirtschaft”. Bei diesem Systemtraining handelt es sich um ein Planspiel, daß vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. in Zusammenarbeit mit der Hochschule St. Gallen entwickelt wurde. Ziel ist es den Teilnehmern ökologische und ökonomische Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Staat aufzuzeigen.

Die Kursteilnehmer erfahren dies dadurch, daß sie in verschiedene Gruppen wie 2 Unternehmen, 2 Haushalten, Staat, Regierung, Parlament, Kommission Zukunft und Presse aufgeteilt werden und den demokratischen Modellstaat Ökoland simulieren.Die Aufgaben der Teams besteht darin wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen um z. B. als Unternehmen Gewinne einzufahren, als Staat keine Neuverschuldung zu erlangen oder als Haushalt eine Steigerung der Lebensqualität zu schaffen. Konfliktpotential zwischen den verschiedenen Parteien ist daher genügend vorhanden. Die “Kommission Zukunft” ist dabei als Vermittler und Berater zwischen den Interessensgruppen gefordert.