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Hans Rosenfeld zu Gast an der Beruflichen Oberschule

Hans Rosenfeld wird in wenigen Monaten 85 Jahre alt. Trotzdem nimmt es der kleine, schmächtige Mann jedes Jahr zwei Mal auf sich, von New York nach Deutschland zu fliegen und dann im mittelfränkisch-oberpfälzischen Raum selbst am Steuer von Schule zu Schule zu tingeln. Man spürt förmlich die Energie, die aus dem Mann strömt, wenn er vor den jungen Leuten an der Maximilian-Kolbe-Fach-und Berufsoberschule spricht. Es ist seine Mission, die den Mann im hohen Alter jung erhält, nämlich vor den braunen Rattenfängern zu warnen.

Rosenfeld hat als jüdischer Bub am eigenen Leib in Neumarkt erlebt, was es heißt, ausgegrenzt, geschlagen und gedemütigt zu werden. Er erzählt mit lebhafter, kräftiger Stimme den 17- bis 20-Jährigen, wie er 1934 von seinem mittelfränkischen Geburtsort Schopfloch nach Neumarkt zu seinen Großeltern kam. Auch in der Dietrich-Eckart-Stadt war die Zeitenwende deutlich zu spüren. SA-Trupps standen mit Schildern vor jüdischen Läden mit der Aufschrift ‘Kauft nicht bei Juden’. „Wer es trotzdem tat, wurde fotografiert“, blickte Rosenfeld zurück. Die Rosenfelds verspürten, dass der Antisemitismus immer mehr Bereiche des öffentlichen Lebens erfasste. Im Jahr 1937, gerade noch rechtzeitig vor dem Holocaust, bei dem auch Angehörige von Rosenfelds Familie umgebracht wurden, wanderten sie zu Verwandten nach Argentinien aus. Es dauerte mehrere Jahrzehnte, bis Rosenfeld  es wieder innerlich schaffte, das Land seiner Väter zu besuchen.

Rosenfelds Mission ist es, dass die Nachwachsenden nicht Hasspredigern auf den Leim gehen. „Ich wünsche mir, dass wenn 50 Neonazis auf die Straße gehen, es eine Gegendemonstration mit 5000 Menschen gibt, damit sie sehen, dass sie in der Minderheit sind“, legte Rosenfeld den Jugendlichen ans Herz. Und er bewundert die junge Generation in Deutschland. „Sie will etwas wissen im Gegensatz zu den Amerikanern". Vorträge, so kritisiert er, wie er sie hier hält, seien in den USA auf taube Ohren gestoßen.

Eine Fülle von Fragen stellten die Klassen an Rosenfeld, unter anderem auch, ob er ein gläubiger Jude sei. „Nein“, meinte Rosenfeld, ich stelle meinen Leichnam der medizinischen Wissenschaft zur Verfügung, obwohl dass gegen die jüdischen Bestattungsregeln verstößt.“

„Das war spannender als jeder Geschichtsunterricht, einfach authentisch. Wir dürfen froh sein, dass wir noch Zeitzeugen hören können“, berichteten die Schüler, Kevin Blank, Anna Regnet und Christian Vossenkaul. „Toll finde ich, dass Herr Rosenfeld trotz seines Alters das alles auf sich nimmt“, bewunderte ein Schüler Rosenfeld. „Meine Frau hält mich aber deshalb für verrückt“, witzelte der bald 85-Jährige darauf.        

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