Die Gründung der FOS Neumarkt i.d.OPf. und ihre Entwicklung

Kollegium im Schuljahr 1972/73

Als Ende 1969, anfang 1970, die Notwendigkeit von Fachoberschulen ins Gespräch kam, sondierten die damals Verantwortlichen der noch kreisfreien Stadt Neumarkt i.d.OPf., Oberbürgermeister Theo Betz, sein damaliger Stellvertreter und Schulreferent Kurt Romstöck sowie Stadt- und Kreisrat Fritz Schmid sofort die Möglichkeit der Gründung einer FOS in Neumarkt i.d.OPf. Schon am 16.03.1970 stellte die Stadt offiziell Antrag beim Bayer. Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Mit Erlass vom 25. Mai 1970 wurde die Staatl. Fachoberschule genehmigt und die Errichtung ab Schuljahr 1970/71 im Staatsanzeiger vom 31.07.1970 veröffentlicht. Der relativ leichten Geburt folgten schwere Jahre, während der selbst wohlgesinnte Freunde dem jüngsten Kind der Bayer. -und Neumarkter Schulfamilie mitunter kaum noch Überlebenschancen einzuräumen wagten.

Es fehlten Räume, Lehrer, Lehrmittel und Praxisplätze. Dennoch gelang es dank des Improvisationstalents von Oberbürgermeister Theo Betz, dem nimmermüden Engagement von Gründungsdirektor Hans Braun, dem Pioniergeist ihrer ersten Lehrer sowie der tatkräftigen Unterstützung der Kreishandwerkerschaft und des Handelsgremiums unter Leitung der Herren Pius Rieger und Dr. Robert Feist, die schwierigen Phasen des Aufbaus zu meistern.

Die ersten Jahre, "die Gründerjahre" brachten gleichermaßen für Schulleitung, Lehrerkollegium und Schüler alle typischen Schwierigkeiten mit sich, die bei der Gründung einer neuen Schulart und einer neuen Schule anfallen. Hohe Anforderungen an Lehrkörper und Schüler stellte die dezentralisierte Unterbringung der FOS Neumarkt in den Anfangsjahren. Die einzelnen Klassen waren teilweise auf sieben (!) verschiedene Gebäude verteilt. Dazu kam die zeitweise Mitbenutzung von Fachsälen in der Knabenrealschule, im Ostendorfer Gymnasium und im Willibald-Gluck-Gymnasium sowie der Turnhallen des WGG, der Sportstätten des ASV Neumarkt, der Turnhallen in der Hasenheide und der Turnhalle an der Mariahilfstraße.

Unterrichteten 1970/71 nur 5 hauptamtliche und 7 nebenamtliche bzw. nebenberufliche Lehrer 104 Schüler, so sind 2011 insgesamt 72 Lehrerinnen und Lehrer an der Schule sowie im Schnitt der letzten Jahre rund 1.000 Schüler.

Eine wesentliche Zäsur erfährt die Lebensgeschichte der FOS Neumarkt nach vollzogener Kreisreform, als zum 01.01.1973 der Landkreis Neumarkt Sachaufwandsträger wurde. Im Februar 1976 ermöglichte Landrat Josef Werner Bauer den Umzug aller FOS-Klassen in das ehemalige Gebäude des Willibald-Gluck-Gymnasiums an die Ingolstädter Straße. Damit war die Zeit der dezentralisierten Unterbringung der Klassen mit den damit unausbleiblichen vielfältigen Schwierigkeiten zu Ende. Das seinerzeit mit Skepsis aufgenommene "illegitime Kind der Bildungspolitik" hat sich kräftig und gedeihlich entwickelt und sich als voll lebensfähig erwiesen.

Voraussetzung hierfür war im äußeren Bereich, dass die Zeiten des Lehrermangels und der Schulraumnot, die Schwierigkeit der Gewinnung von fachpraktischen Ausbildungsplätzen in gemeinsamer Anstrengung von Staat und Gemeinden, von Leitern und Lehrern, nicht zuletzt der Betriebe bewältigt wurden.Beachtlich ist auch die Zahl unserer erfolgreichen Absolventen in den vergangenen Schuljahren.

Zum zehnjährigen Jubiläum genehmigte das Staatsministerium für Unterricht und Kultus sowie der Sachaufwandsträger, der Landkreis Neumarkt, FOS-eigene Lehrstätten, die ab 1983 im Berufsschulneubau am Deininger Weg untergebracht sind. Mit diesen Werkstätten für Metall und Elektro/Elektronik gelang ein weiterer Schritt im inneren und äußeren Auf- und Ausbau der Neumarkter Fachoberschule. Dank einer vorzüglichen Ausstattung, einschließlich CNC-gesteuerten Maschinen, können Schüler seither im eigenen Erproben handwerklich-technische Grundfertigkeiten erlernen und die Verknüpfung von Theorie und Praxis erfahren.

Im Schuljahr 1983/84 erreichte die Schülerzahl an der FOS Neumarkt mit 426 Schülern einen neuen Höchststand. Somit mussten wiederum fünf Klassen außerhalb des renovierten Hauptgebäudes in die ehemalige haus- und landwirtschaftliche Berufsschule beim Landratsamt ausgelagert werden. Dem Gründungsdirektor OStD Hans Braun ist es zu verdanken, dass es nach langjährigem Bemühen und noch vor seiner Pensionierung gelungen war, die Generalsanierung des Stammhauses an der Ingolstädter Straße und die Aufstockung des Turnhallentraktes mit Schulräumen vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus am 28.11.1984 genehmigt zu bekommen.

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Im September 1986 trat der neue Schulleiter, Herr OStD Gottfried Bartsch, seinen Dienst an. Die Schule glich damals einer Baustelle, denn just zu diesem Zeitpunkt begann die längst fällige Generalsanierung des Schulgebäudes an der Ingolstädter Straße 1. Die 12. Klassen der Ausbildungsrichtung Wirtschaft mussten in die Berufsschule am Deininger Weg ausgelagert werden. Der Schulbetrieb konkurrierte mit dem Baustellenbetrieb, aber nur dieser wirbelte Staub auf, sehr viel Staub! 

Im Januar 1990 konnten wir aufatmen, endlich war es soweit: Die Generalsanierung und die Erweiterung des Schulgebäudes waren abgeschlossen. Das 20-jährige Bestehen der Fachoberschule bayernweit und in Neumarkt sowie die Namensgebung "Maximilian-Kolbe-Schule" waren weitere Anlässe für eine festliche Einweihungsfeier am 12. Januar 1990 – fünf Tage nach dem 96. Geburtstag unsres Namenspatrons Maximilian Kolbe. Übrigens: Die Anregung für die Namensgebung kam von unserem damaligen Landrat Josef Werner Bauer.

Im 25. Jahr des Bestehens unserer Schule – im Sommer 1995 – erreichte uns eine völlig unerwartete Nachricht aus dem Landratsamt: Für die Maximilian-Kolbe-Schule solle ein neues Schulgebäude errichtet werden. Bereits am 10. Oktober 1996 fand die Grundsteinlegung statt. Inzwischen wurden bei uns 341 Schülerinnen und Schüler in 18 Klassen unterrichtet.

"Die BOS kommt" – so lautete die Überschrift eines Artikels in den Neumarkter Nachrichten vom 5. Juni 1997. Dass die BOS entgegen den ursprünglichen Plänen des Kultusministeriums dennoch nach Neumarkt kam – es war eine Entscheidung des bayerischen Ministerrats gewesen – verdanken wir nicht zuletzt der entschiedenen politischen Unterstützung durch unseren Landtagsabgeordneten Herbert Fischer.

Diese Weiterentwicklung bedeutete für die Maximilian-Kolbe-Schule ein zweites Standbein und ein zusätzliches Bildungsangebot für die jungen Menschen in der Region Neumarkt. Am 3. Juli 1997 wurde u. a. der Sprecher des Landratsamts Neumarkt i.d.OPf., Michael Gottschalk, in einem weiteren Artikel der Neumarkter Nachrichten zitiert: Hocherfreut sei man auch an seiner Behörde. Mit der Errichtung der BOS werde der Neubau der Fachoberschule, deren Träger der Landkreis ist, nochmals aufgewertet.

Das Angebot der BOS beschränkte sich allerdings zunächst auf die sog. Vorstufe und die Jahrgangsstufe 12 in den Ausbildungsrichtungen Technik und Wirtschaft. Wer sich über die Fachhochschulreife hinaus weiter qualifizieren wollte, musste an eine sog. voll ausgebaute BOS mit der Jahrgangsstufe 13 wechseln. Ein Zustand, der letztlich nicht ganz zufriedenstellen konnte. Aber das war noch nicht das Ende der Entwicklung in Neumarkt.

Im September 1998 bezog die Maximilian-Kolbe-Schule, inzwischen auf über 500 Schülerinnen und Schüler in 21 Klassen angewachsen, das neue Gebäude an der Kerschensteinerstraße. Die bisherige zentrale Lage der Schule mitten am Oberen Tor in Neumarkt, mit kurzen Wegen und hervorragender Verkehrsanbindung, tauschten wir gegen eine ruhigere und "beschauliche" Lage am Rande der Stadt, allerdings mit deutlich mehr Parkplätzen für unsere Schülerinnen und Schüler. Ganz zu schweigen von der sehr ansprechenden architektonischen Gesamtkonzeption und beispielhaften technischen Ausstattung des neuen Schulhauses.

Nota bene: Der Architekt, Herr Johannes Berschneider, gehörte dem ersten Schülerjahrgang 1970/72 unserer Schule an und auch der Landschaftsarchitekt, Herr Martin Kölbl, war Schüler unserer Schule. Beide haben mit der Gestaltung des Neubaus die Verbundenheit zu ihrer Schule wirklich beeindruckend unter Beweis gestellt.

Im September 2003 war es dann endlich soweit: Mit der Klasse 13BW1 erreichte die Berufsoberschule ihren "Vollausbau", auch wenn dieser zunächst nur auf die Ausbildungsrichtung Wirtschaft beschränkt blieb. Auch hier verdanken wir diesen Fortschritt der entschiedenen politischen Unterstützung durch unseren Landtagsabgeordneten Herbert Fischer. Und nur drei Jahre später – zum Schuljahr 2006/07 – kommt auch der Vollausbau für die Ausbildungsrichtung Technik. Damit hat die Maximilian-Kolbe-Schule "fast" das komplette Angebot einer Beruflichen Oberschule, wie unsere Bildungseinrichtung ab Januar 2006 nun offiziell heißt. Nach Abschluss des "Schulversuchs FOS 13" wird auch in Neumarkt die 13. Jahrgangsstufe der FOS angeboten.

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Mit der Verabschiedung des Schulleiters OStD Gottfried Bartsch wurde sein Nachfolger, OStD Reinhard Hornauer, zum 01.08.2006 in sein neues Amt eingeführt.

Im Januar 2009 bekamen wir die Auszeichnung "Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage" verliehen. Die Schülerzahlen stiegen bis über 1.000 Schülerinnen und Schüler an. Das machte eine zweite Erweiterung der neuen Schule nötig und bereits zu Beginn des Schuljahres 2009/2010 konnte diese bezogen werden. Eine Auslagerung von drei Klassen in die Berufsschule und von drei Klassen in das Haus St. Marien konnte aber nicht verhindert werden und wird auch zukünftig nötig sein. Das Kollegium wuchs auf über 70 Lehrkräfte an und auch das Lehrerzimmer musste mit einem Anbau erweitert werden. Die Prognosen für das Schuljahr 2010/2011 deuten auf eine Beibehaltung der angespannten räumlichen Situation hin.

Vom zarten Pflänzchen zum Erfolgsmodell: Mit Stolz darf man heute feststellen, dass sich die Berufliche Oberschule Neumarkt in der Bildungslandschaft unserer Region fest etabliert hat und in sie voll integriert ist.

Herr OStD Hornauer ging nach 35 Jahren im Schuldienst, davon 25 (!) als stellvertretender Schulleiter und Schulleiter, zum 31. Juli 2014 in Pension. Sein Nachfolger zum 01.08.2014 wird StD Markus Domeier, bislang Stellvertreter an der Beruflichen Oberschule Kelheim.

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